Ökologische Speisepilz-Selbstversorgung – einfach, ressourcenschonend und im Sinne der Permakultur
Wie viele Pilze lassen sich eigentlich zuhause auf kleinstem Raum selbst kultivieren? Braucht es dafür teure Spezialausrüstung und ein steriles Labor oder lässt sich so etwas auch in den eigenen vier Wänden bewerkstelligen?
Ramona wird uns an diesem Abend ihre mittlerweile sehr vielfältige Pilz-Selbstversorgung vorstellen. Sie zeigt, wie sich ihre DIY-Pilzproduktion über viele Versuche entwickelt hat – von Pilzen, die mit minimalem Aufwand in geschlossenen Boxen im dunklen Keller wachsen, über jene, die in Growzelten fruchten mit automatisierter Befeuchtung, Beleuchtung und Belüftung, Pilzen im High-End-Zuchtschrank bis hin zu Freilandpilzen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich die Pilzproduktion möglichst ressourcenschonend, ökologisch, kostengünstig und in geschlossenen Kreisläufen gestalten lässt. Ramona experimentierte mit Substrat aus selbst angebautem Stroh, Holz vom Grundstück von Verwandten, abgestorbenen Pflanzen aus Garten und Balkon sowie mit Materialien wie Holzspänen, Strohpellets, Karton, Altpapier und sogar invasiven Neophyten. Sie wird praktische Tipps geben, welches Equipment für den Einstieg tatsächlich notwendig ist und zeigt beispielsweise, wie sich ein gesammelter Pilz aus dem Wald oder ein gekaufter Pilz aus dem Supermarkt klonen und damit zum Ausgangspunkt für die eigene Pilzkultur machen lässt. Inzwischen hat Ramona eine erstaunliche Vielfalt an Pilzen erfolgreich kultiviert: darunter diverse Stachelbärte, Estragon-, Rosen-, Austern-, Lungen- und Kräuterseitlinge, „Mutanten“, Reishi, Pioppino, Kastanienpilz, Kulturträuschling, Nameko und leuchtende Pilze. Daneben laufen immer wieder Experimente mit anspruchsvolleren Arten wie Schwefelporling, Krause Glucke und Maitake.
Doch Pilze können noch wesentlich mehr, als Lebensmittel zu produzieren. Ramona wird davon berichten, wie sie Gegenstände aus Myzel wachsen ließ – von Pinnwänden bis zu Schüsseln und Pflanztöpfen.
Ihre Begeisterung für Pilze gab sie bereits bei einem Schulworkshop weiter an Kinder, die ihre eigenen Speisepilze im Gurkenglas adoptieren konnten.
Ein Vortrag für alle, die Lust haben, den Pilzanbau selbst auszuprobieren, mit vorhandenen Ressourcen zu experimentieren, Kreisläufe zu schließen und die faszinierende Welt der Pilze aus einer etwas anderen Perspektive kennenzulernen.
WANN: Mittwoch 11. November 2026 | 19 Uhr
WO: online auf Zoom
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Kennwort: Spende Pilzanzucht
Vortragende:

Ramona Cech ist leidenschaftliche Umwelt- & Tier- & Naturschützerin, Pilzsammlerin und seit einiger Zeit auch “Pilz-Selbstversorgerin”. Sie stammt ursprünglich aus Wels in Oberösterreich, hat dann an der BOKU Umwelt- und Bioressourcenmanagement in Wien studiert und arbeitet seit Mai 2025 beim Umweltbundesamt. Aufgrund ihrer unstillbaren Lust, Lebewesen wachsen zu lassen und biodiverse Lebensräume zu schaffen, begann sie im Frühjahr 2026 den Permakultur-Zertifikatslehrgang, um die Permakulturprinzipien vermehrt in ihren Alltag und ihren bisherigen Projekte zu integrieren. Neben den Pilzen zählt auch das Garteln zu ihren großen Leidenschaften. Zudem engagiert sie sich gegen Lebensmittelverschwendung (Foodsharing), Wildpflanzenbestimmung und -Nutzung und kreative Bastel- & Upcycling-Projekte stehen bei ihr ebenfalls oft auf der Tagesordnung.

Kurzbeschreibung zum Projekt:
Ramonas erste Pilz-Anbauversuche mit gekauften Fertigkulturen und ersten beimpften Baumstämmen erfolgten bereits 2018, so richtig ging es aber erst ab 2025 los. Mittlerweile sind ihre Pilze auch am Balkon eingezogen, der mehr einem Dschungel gleicht, und gedeihen im Schatten von Zwerg- und Säulenobstbäumen sowie beim „Sumpfbeet“ neben Sibirischer Schwertlilie, Wasserspinat und Brunnenkresse.
Da der Hobby-Pilzanbau aber rasch zu einer schränkefüllenden Überproduktion an Pilzkulturen führte, hat sich ihr Pilznetzwerk von ihrer Wiener Wohnung – dem „Produktionsort“ – bereits ausgebreitet: Zunächst nur zu Verwandten, Freunden und Arbeitskolleg:innen in Wien, später bis in die Gärten von Familienmitgliedern in Zell am See und Graz. Seltene, gefährdete, heimische Pilzarten – wie der ästige Stachelbart – bereichern nun auch Ramonas Permakulturprojekt – den „Der Flora & Funga, (Fauna)-Symbiose-Garten“ – einen essbaren Waldgarten in Graz – und können dort ihre Sporen verbreiten.
Mehr Infos und weiterführende Links:
Youtube Kanal: https://www.youtube.com/@RazzfazzMatz

